Das Marseiller Tarot?

 

Warum nur das originale Marseiller Tarot?

Einen Zugang zu den unbekannten Hintergründen der biblischen Genesis bietet auf einzigartige Weise das originale Marseiller Tarot (Ancien Tarot de Marseille), von ca. 1760. Diese Bildserie wurde zu einer Vorlage für viele Nachzeichnungen, deren Interpreten die verschlüsselt dargestellten Hintergründe jedoch augenscheinlich nicht kannten und folglich auch die inhaltlich wesentlichen Symbole und Zeichen übersahen. Die ursprüngliche Bedeutung des Marseiller Tarot für ein Gewahrwerden aller inneren Wahrnehmungswelten war verloren gegangen. Die authentische Bildserie aus jener Zeit weist daher keinerlei inhaltliche Ähnlichkeit mit allen anderen Tarotspielen auf, die nach seinem Vorbild erst viel später entstanden sind. Nur das Original ist daher ohne Kenntnis der biblischen Genesis und ohne Einsicht in jüdische Mystik nicht entschlüsselbar. Seine bildhafte Sprache wurde aus der Sicht eines spätmittelalterlichen Mystikers in eine christlich anmutende Bildfolge übersetzt. Carla Randel hat durch ihre achtzehnjährige Forschungsarbeit das zeitlos gegenwärtige Geschehen der Genesis wieder zum Vorschein gebracht.

Die 56 Kleinen Arkana stellen die sechs Schöpfungstage und den siebten Tag, an dem Gott sein Werk segnete und ruhte, durch vier elementare Wahrnehmungswelten dar, die im Abbild und Gleichnis Gottes als Potential angelegt sind (Erde - Intuitionen, Wasser - Gefühle, Feuer - verstandesmäßiges Bewusstsein, Luft - spirituelles Bewusstsein). Die 22 Großen Arkana beschreiben den Weg zu ihrer Verwirklichung, der sich erst aus der Teilung des Ur-Menschen im zweiten Teil der Genesis ergibt. Dieser Weg führt durch den Baum des Lebens (Themen der göttlichen Vorsehung) hinab bis in das Exil der geistigen Gottferne und von dort aus durch den Baum der Erkenntnis (Themen der Selbstbestimmung) wieder aufwärts zur Überwindung der Ursünde und zum Wiedereintritt in den Garten Eden. Mit dem Sündenfall ist aus mystischer Sicht keine Schuld gemeint, sondern die gottgewollte Belebung (hebr. Chawwa - Eva) jedes lebendigen Menschen (hebr. Adam), der sich durch herausfordernde Spiegelungen an das erinnern soll, was in ihm angelegt ist.

Alle Übersetzungen des Marseiller Tarot enthalten schwerwiegende Fehler, so dass es anzuraten ist, eine französische Originalausgabe zu bekommen. So müsste beispielsweise das erste Bild der Großen Arkana "Der Gaukler" (LE BATELEUR) heißen und nicht "Der Magier", denn eine solche Übersetzung verändert die inhaltliche Aussage vollkommen. Das Bild "Das Haus Gottes" (LA MAISON DIEV) darf auch nicht "Der Turm" heißen, denn der alleinstehende Glockenturm eines mittelalterlichen Gotteshauses hat mit seiner Funktion, zum Gottesdienst zu rufen, eine inhaltlich ganz andere Bedeutung als üblicherweise angenommen wird. Das 13. Tarotbild ist im Original ausdrücklich ohne Titel. In einer falschen Hinzufügung am seitlichen Rand aber lautet er "Der Tod", was äußerst irreführend ist. Das vorletzte Bild, das oben im Nummerierungsfeld einen leeren Raum aufweisen muss, darf auch keine 0 enthalten, denn mit einer 0 ist seine Position und inhaltliche Bedeutung nicht richtig einzuordnen. Üblicherweise wird dieses Bild mit "Der Narr" übersetzt, obgleich das vorletzte Bild der Großen Arkana "Der Mattgesetzte" (LE MAT) heißen muss, denn nur durch diesen Titel lässt sich sein Inhalt entschlüsseln. Der königliche Mensch im Narrengewand ist am Spiel des Lebens nicht mehr beteiligt (Schach matt).

 

Im vorliegenden Buch sind alle Tarotbilder der Originalausgabe schwarz-weiß abgedruckt. Die jetzige Farbgebung ist zwar schön. Sie ist aber weder authentisch noch hilfreich, denn einige sehr wichtige Details sind farbig übermalt worden und daher nur noch mit Mühe zu erkennen.